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Gesundheitszentrum Meilenstein

  • Hyperthermie und Fiebertherapie

     

    Hyperthermie und Fiebertherapie
    Hyperthermie und Fiebertherapie bei Krebs, Borreliose, EBV, chronisch entzündlichen Erkrankungen, Autoimmun-Krankheiten

    kommen bei Krebserkrankungen, chronischen Infektionen (wie Borreliose, EBV, ), chronisch entzündlichen Erkrankungen (wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Prostatitis, Neurodermitis, Psoriasis), rheumatischen Erkrankungen (wie  Weichteilrheumatismus, Fibromyalgie), degenerativen Prozessen (wie Arthrosen) zur Anwendung. Die Anwendung der Hyperthermie bei Tumorkrankheiten ist inzwischen nicht mehr nur etwas für medizinische „Außenseiter“. Sie wird an Universitäten praktiziert und ist als eine potente und nützliche Therapie klinisch belegt.

    Eine Erhöhung der Temperatur schädigt hitzeempfindliche Tumorzellen und macht sie für das Immunsystem erkennbar!

     

    Rolf Issels und Lars H. Lindner et al. (LMU München, Klinikum Großhadern) erbringen den Nachweis, dass Krebspatienten durch Chemotherapie kombiniert mit einer Hyperthermie zwei- bis dreimal mehr profitieren, als wenn eine Chemotherapie allein angewendet wird (veröffentlicht in „The Lancet Oncology“  29.04.2010).

     

    Es folgen drei Zusammenfassungen von geschätzen Fachärzten.

  • Heilsames Fieber (Dr. med. Edgar Remmel)

    Zusammenfassung: Heilsames Fieber von Dr. med. Edgar Remmel, Nürnberg

     

    Unser Wärmeregulationszentrum stellt die Körperwärme sorgfältig auf eine nahezu gleiche Temperatur um 37 °C ein. Für Abwehr- und Heilungsvorgänge erhöht die Natur von sich aus die Körpertemperatur um 1-4 °C, ein Vorgang den wir als Fieber kennen.

    Spontanheilung bei Krebs durch Fieber. Fiebertherapie, Hyperthermie

    Fieber ist keine Krankheit!

    Fieber ist also keine Krankheit für sich, sondern eine natürliche und vitale Abwehrreaktion gegen krankmachende Bakterien und Viren. Im Fieberzustand werden Krankheitserreger eliminiert, Stoffwechselvorgänge beschleunigt und die Entgiftung des Körpers läuft auf Hochtouren. Wer kennt nicht das Gefühl sich nach intensivem Fieber wie neugeboren zu fühlen?

    Leider wird dieser wertvolle Vorgang oft gestört, weil ohne Bedarf oder viel zu früh fiebersenkende Medikamente gegeben werden.

    Auch stellt die Medizin mehr und mehr fest, dass die natürliche Fähigkeit Fieber zu entwickeln, verloren geht (Thermoregulationsstörung). Die Idee Fieberzustände bewusst zu erzeugen ist also naheliegend.

     

    Krebserkrankungen: Fieber fehlt

    Wie erfahrenen Krebsärzten bekannt ist, fehlt bei Krebskranken meist die Fähigkeit zu fiebern, und zwar schon viele Jahre bevor die Krebserkrankung auftritt. Auch ist bekannt dass Spontanheilungen bei Krebserkrankungen mit starken Fieberschüben einhergehen.

     

    Die aktive Fiebertherapie ist eine aktive Form der Ganzkörperhyperthermie. Um dabei die akute Fieberphase für den Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten wird die aktive Fiebertherapie durch Wärmezugabe von außen unterstützt

    1. Geschichtlicher Hintergrund:

    Schon immer war Fieber für den Menschen etwas Besonderes: Einerseits Bedrohung mit dem Tod, andererseits Möglichkeit zu neuer Gesundheit. Daher haben sich viele Kulturen mit Fiebertheorien beschäftigt, die oft religiösen oder philosophischen Hintergrund hatten. Wenn wir noch heute vom "Fieberwahn" eines Kranken sprechen, so drücken wir damit eine Urvorstellung aus, die schon in frühgeschichtlicher Zeit anzutreffen war. Religion, Magie und Medizin bildeten bei den frühen Völkern eine Einheit und im Fieber sah man das Wirken eines außermenschlichen Wesens, eines Dämonen, der gut oder böse sein konnte und der vom Menschen Besitz ergriffen hatte. So finden wir in den Schriften der alten Assyrer Beschwörungsformeln, mit denen die bösen Geister aus dem fiebernden Patienten ausgetrieben werden sollten.

     

    Hippokrates führte die Idee der Kochung in die Medizingeschichte ein. In den Schriften des Hippokrates gilt Fieber als die höchste Steigerungsform der Kochung. Dabei ging Hippokrates vom Bild des gestörten Säftegleichgewichts im Körper aus: "Der Körper des Menschen hat in sich Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle... durch sie erleidet er Krankheit. Wirklich gesund ist er, wenn diese, sowohl der Wirkungskraft, als auch der Menge nach im richtigen Mischungsverhältnis stehen (Eukrasie). Im Fieber ist der ganze Körper einer Durchkochung unterworfen, und seine gesamte Oberfläche wird zum Ausscheidungsorgan für das Abgetrennte, das mit dem Schweiß ausgeschieden wird. Je nachdem welche Art von Dyskrasie vorliegt, wird sich auch der Kochungsverlauf gestalten. Aufgabe des Arztes ist es das Fieber im rechten Verhältnis zu den Säften zu bemessen. In dieser Schau wird der ganze Körper durch das Fieber so bearbeitet, dass er sich schädlicher Anteile z. B. des Eiters entledigen kann. Dadurch wird die ursprüngliche Harmonie im Organismus wiederhergestellt. Im hippokratischen Bild stellt die ganze Welt (Makrokosmos) eine Küche dar, und der Mensch (Mikrokosmos)hat diese Küche ein zweites Mal im Kleinen in sich. Im Fieber sind demnach Weltenkräfte wirksam, die sich im Menschen individualisieren.

     

    Paracelsus (1493 - 1541) spricht in seinem "Archeus" einen Wesensbereich des Menschen an, der im Menschen die 4 Elemente (Wasser, Feuer, Luft und Erde) zu einem qualitativ neuen, zum fünften Element (quinta essentia) zusammenfasst. Der Mensch ist die Quintessenz der gesamten Schöpfung. Für Paracelsus ist das Fieber eine reinigende Kraft, deren sich der Archeus bedient, um den Körper zu entschlacken.

    In der Physiologie und Pathologie van Helmonts (1579 - 1644) wird Fieber nur als Abfallprodukt der übernatürlichen Kräfte des Archeus angesehen, wenn diese das Trennen und Abscheiden vollziehen. Ursache des Fiebers ist für ihn der Kampf des Archeus gegen die feindliche Materie.

    In der Folgezeit hielten die Naturwissenschaften ihren Einzug in das Denken der Ärzte und lösten damit die religiös und philosophisch geprägten Vorstellungen ab. Ch. W. Hufeland (1762 - 1836) sieht im Fieber noch "eine erhöhte Tätigkeit des Gefäßsystems und beschleunigten Lebensprozess mit der damit unzertrennlich verbundenen vermehrten Wärmeerzeugung im Organismus." Für Hufeland ist das Fieber Ausdruck einer Naturkraft, die den Heilungsprozess einleiten soll. Boerhave, der das Fieberthermometer in die klinische Routine einführte, erkannte im Fieber ebenfalls eine heilsame Kraft. In seiner berühmten Vorlesung in Leyden sagte er: "Ich würde der größte Arzt sein, wenn ich ebenso leicht Fieber hervorbringen wie vertreiben könnte."

     

    Die völlige Entmythologisierung des Fiebers vollzog sich dann im 19. Jahrhundert vor allem durch Virchow und Liebermeister, die der Temperaturerhöhung selbst die Schuld an vielen Schädigungen und Störungen anlasteten. Mit der Einführung der Salicylsäure in die Klinik im Jahre 1875 durch Buss wurde schließlich eine antipyretische Bewegung eingeleitet, die noch heute das Denken vieler Ärzte bestimmt. Sie gipfelte in den Ausführungen Liebermeisters, der 1875 schrieb: "Von einer Heilwirkung des Fiebers oder überhaupt von einer günstigen Bedeutung desselben für den Organismus ist höchstens noch insofern die Rede, als man solche Anschauungen als veraltete Vorurteile einer unwissenschaftlichen Periode bezeichnet". Eine positive Bedeutung des Fiebers für den Organismus war damit auf Jahrzehnte hinaus nicht mehr diskussionswürdig. Diese durch die moderne Forschung längst widerlegte Auffassung hat sich leider bei vielen Ärzten bis heute erhalten.

     

    2. Die Anfänge der Fiebertherapie

    Schon immer beobachteten die Ärzte, dass selbst schwere Krankheiten durch Fieber günstig beeinflusst wurden, so z. B. Asthma, Psychosen und sogar Krebs. J. Wagner von Jauregg stellte fest: "Wenn ein Geisteskranker im ersten Halbjahr seiner Krankheit von einem Infekt (Bauchtyphus, Cholera, Wechselfieber, Rotlauf) befallen wird, so ist die Wahrscheinlichkeit eine sehr große, dass er dadurch von seiner Psychose geheilt wird." Er war einer der Pioniere der Fiebertherapie und erhielt im Jahre 1929 den Nobel-Preis für Medizin für die Malaria-Behandlung von Psychosen und Lues.

    Friedrich Fehleisen wagte es 1882 in Würzburg bei Krebskranken mit Erysipelkokken einen oftmals über Wochen anhaltenden hochfieberhaften Infekt zu setzen.

     

    1892 verwendete William B. Coley eine Mischung aus Streptococcus und B. prodigiosum, die er abtötete und als "Coleys Toxin" für die Behandlung von Sarkomkranken mit z. T. erstaunlichem Erfolg einsetzte. In der Literatur finden sich über 700 gut dokumentierte Fälle, bei denen eine spontane Rückbildung von Tumoren nach hochfieberhaften Infekten zu verzeichnen war. In neuerer Zeit wurde die Fiebertherapie vor allem von Issels propagiert, der über sorgfältig dokumentierte Heilungen von inkurablen Krebskranken berichtet.

    Während die Fieberbehandlung von Psychosen und Lues durch moderne Medikamente überflüssig geworden ist, konzentriert sich heute das Interesse für die Fiebertherapie vor allem auf die Behandlung der Krebskrankheit. Gerade auf diesem Gebiet ist ein Meinungswandel eingetreten, nachdem die Euphorie, die durch die Entwicklung moderner Chemotherapeutika eingetreten war, der nüchternen Erkenntnis weichen musste, dass die Heilungsraten für die häufigsten und wichtigsten Krebskrankheiten seit nunmehr 30 Jahren stagnieren und das trotz aller Fortschritte auf den Gebieten der Operations- und Strahlentechnik, sowie der Chemotherapie.

     

    Lange Zeit wurde die Rolle des Immunsystems bei der Krebsbekämpfung ignoriert; ja man sprach der körpereigenen Abwehr jedwede Bedeutung in dieser Hinsicht ab. Diese Meinung änderte sich jedoch in den letzten Jahren mit der Entwicklung der Gentechnologie, die es ermöglichte, definierte immunaktive Substanzen wie z. B. Interferone, Interleukin, TNF u. a. in ausreichender Menge für klinische Versuche herzustellen. Alle diese Botenstoffe des Immunsystems zeigten bei ihrer klinischen Erprobung eine Gemeinsamkeit: Sie lösen Fieber aus.

    Damit gerät die alte Fiebertherapie wieder in den Blickpunkt neuerer Forschungen; so befasst sich u. a. eine Forschungsgruppe der Universität Freiburg (Prof. Engelhardt) im Auftrag des Bundesforschungsministeriums zur Zeit mit dieser lange Zeit verächtlich gemachten Therapieform.

     

    3. Therapeutische Grundidee und Methode.

    Was verstehen wir unter aktiver Fiebertherapie?

    Aktive Fiebertherapie bedeutet, dass die Körperkerntemperatur durch körpereigene Mechanismen angehoben wird. Dies geschieht durch die Gabe fiebererzeugender Substanzen (exogene Pyrogene), die diese Veränderungen im Organismus herbeiführen. In der heute etablierten aktiven Fiebertherapie sind diese exogenen Pyrogene meist Bestandteile von Bakterien wie z. B. Lipopolysaccharide. Beteiligt an der Fiebererzeugung sind vor allem das Temperaturregelzentrum, das sich im Hypothalamus unseres Gehirns befindet. Hier findet eine Sollwertverstellung der Temperatur nach oben statt; der Körper wird dadurch aufgefordert vermehrt Wärme zu produzieren und er tut dies vor allem durch Muskelzittern (Schüttelfrost), durch Erhöhung des Stoffwechsels und durch eine Aktivierung des Kreislaufs. Heute wissen wir auch, dass die exogenen Pyrogene in der Regel nicht selbst das Fieber erzeugen können, sondern dass es Botenstoffe des Immunsystems sind (endogene Pyrogene wie z. B. Interleukine), die durch die exogenen Pyrogene aktiviert und freigesetzt werden und nun ihrerseits über den Hypothalamus die Temperaturerhöhung induzieren.

    Diese aktive Fiebertherapie ist deshalb nicht gleichzusetzen mit einer passiven Überwärmung des Körpers von außen z. B. durch Überwärmungsbäder oder andere aufwendigere Verfahren zur Überwärmung des Körpers, die heute in der Krebsheilkunde vielfach an großen Kliniken unter dem Namen "Hyperthermiebehandlung" eingeführt sind.

     

    Bei Temperaturen bis 38° C sprechen wir von subfebrilen Temperaturen; bis 39° C bezeichnen wir als mäßiges Fieber und ab etwa 39° C sprechen wir von hohem Fieber. Ausgehend von den empirisch erzielten Erfolgen, die immer wieder nach spontanem Fieber berichtet wurden, versucht man heute künstlich Fieber zu erzeugen und bedient sich dabei exogen zugeführter, bakterieller Endotoxine nach Art des Coley-Toxins, gereinigter Präparate von Lipopolysaccharid A3 oder auch Präparationen von Corynebakt. parvum.

    Ziel und Sinn einer solchen Fiebertherapie sind Aktivierung des Immunsystems und vegetative Umstimmung des Organismus. Gerade bei chronischen Krankheiten beobachten wir überaus häufig eine gestörte Reaktion auf bzw. Regulation nach verschiedenen biologischen Reizeinwirkungen. Gut untersucht ist z. B. die gestörte Wärmeregulation beim chronisch Kranken, die interessanterweise in Beziehung steht zu einer gestörten Immunregulation. Durch thermische Messungen ist es daher möglich Rückschlüsse auf die Funktion des Abwehrsystems zu ziehen. Der Autor selbst stellt bei seinen onkologischen Patienten auch immer wieder fest, dass sie auf den durch die Injektion des Coley-Toxins gesetzten Reiz häufig nicht adäquat mit Temperaturanstieg und Leukozytose reagieren.

     

    Mit Recht kann man daher annehmen, dass ein wesentliches Problem des chronisch Kranken seine gestörte vegetative Regulation ist, die es ihm nicht mehr erlaubt durch Reizeinwirkungen ausgelöste Störungen seines Organismus auszugleichen.

    Möglicherweise liegt in diesem Problem auch der Schlüssel für die Krebskrankheit; denn was ist Krebs anderes als eine Störung der Regulation der Zelle, die nicht mehr in der Lage ist, freigelegte Onkogene abzuschalten, weil vermutlich die zelleigenen Repairsysteme versagen und andererseits deren Membran auf den Außenreiz des Zellnachbarn nicht mehr mit einer Wachstumshemmung reagiert?

    Aber auch das Milieu, in dem eine Zelle lebt, ist entscheidend für ihr weiteres Schicksal. So wissen wir heute, dass sich maligne Zellen experimentell in normale Körperzellen redifferenzieren lassen, wenn man eine Milieuänderung vornimmt. Man weiß z. B. auch, dass sich Eier von Wasserschildkröten abhängig von der Umgebungstemperatur in männlich oder weiblich differenzieren. Das Milieu - in diesem Fall das Temperaturmilieu - bestimmt also auch hier die Differenzierung bzw. das Verhalten der Gene.

    Hypothetisch darf deshalb zur Diskussion gestellt werden, ob die Milieuveränderung, die während des Fiebers stattfindet nicht auch eine redifferenzierende Wirkung auf maligne Zellen haben kann.

    Erstes Ziel der Fiebertherapie ist es jedoch die blockierte vegetative Regulation im Sinne einer umstimmenden Reizkörpertherapie wieder in Gang zu setzen, damit der kranke Organismus die Möglichkeit bekommt sich selbst zu regulieren und damit Heilungsprozesse einzuleiten. Dass solche spontanen Heilungsprozesse selbst bei ausgedehnten Krebskrankheiten möglich sind, unser Organismus also durchaus über die Potenz der Selbstheilung großer Tumoren verfügt, das wissen wir aus gut dokumentierten Kasuistiken zu denen auch der Autor beitragen kann.

     

    Solange es nicht gelingt diese Regulation zu normalisieren, sind biologische Therapieverfahren und auch die heute an unseren Universitäten geübte Immuntherapie nur eingeschränkt und meist auch nur vorübergehend erfolgreich. Da unser Immunsystem sehr viel besser zu untersuchen ist, als vegetative Regulationsmechanismen, liegen uns eine Fülle von Arbeiten vor, die die positiven Wirkungen des Fiebers auf unser Immunsystem dokumentieren.

    Grob schematisiert kann man folgende Feststellungen bezüglich der Immunmodulation durch die Fiebertherapie treffen:

    Die bakteriellen Endotoxine bewirken das Fieber nur indirekt, indem sie auf Makrophagen einwirken und diese aktivieren. Aktivierte Makrophagen können nun verschiedene Botenstoffe des Immunsystems freisetzen und entfalten so eine sehr breite Wirkung sowohl auf das spezifische, als auch auf das unspezifische Immunsystem, dem in der Krebsbekämpfung eine gewichtigere Rolle zuerkannt werden muss, als dem spezifischen Immunsystem mit den T- und B- Lymphozyten. Diese freigesetzten Botenstoffe, insbesondere das Interleukin 1 und das Makrophagen-Entzündungsprotein 1 sind es, die auf den Hypothalamus einwirken und dort zu einer Sollwertverstellung im Temperaturregulationszentrum führen. Dadurch kommt es in der Peripherie zu Muskelzittern bzw. Schüttelfrost, Engstellung der Gefäße und damit zur Erhöhung der Körperkerntemperatur.

     

    Gleichzeitig wirkt Interleukin 1 auf das Komplement- und Properdinsystem, die unspezifische humorale Komponente unseres Immunsystems, wodurch es zur Zytolyse von Krebzellen kommen kann. Aber auch die zelluläre Komponente mit den natürlichen Killerzellen, den Makro- und Mikrophagen, denen gerade in der Krebstherapie eine besondere Bedeutung zukommt, wird aktiviert. Über Interleukin 1 kommt es aber auch zu einer Aktivierung der T- und B- Lymphozyten.

    Es entstehen u. a. Plasmazellen, die Immunglobuline und Antikörper synthetisieren können und es wird nun auch Interleukin 2 freigesetzt, das seinerseits wichtige Immunreaktionen in Gang setzt (Produktion von LAK-Zellen und Interferon). Aktivierte Makrophagen entfalten ebenfalls tumorizide Aktivitäten und sezernieren zytolytische Substanzen wie TNF, Proteasen oder H2O2.

     

    Methode:

    Nach Ausschluss von Kontraindikationen und sorgfältiger Untersuchung des Patienten werden fiebererzeugende Substanzen direkt intravenös gespritzt. Meist kommt es nach ca. 45 bis 60 Minuten zu Schüttelfrost und Temperaturanstieg unterschiedlichen Grades; Temperaturen bis 41,7° C wurden schon beim ersten Fieberstoß erreicht, sind jedoch selten; in der Regel steigt die rektal gemessene Kerntemperatur zwischen 39° C und 40° C an und fällt nach zwei bis 3 Stunden langsam auf den Ausgangswert ab, kann aber bei manchen Patienten auch am nächsten Tag noch leicht erhöht sein. Symptomatisch können zusätzliche Medikamente gegen Übelkeit, Brechreiz oder Kopf- und Gliederschmerzen verabreicht werden, wobei wir allerdings darauf achten, dass diese Medikamente nicht antipyretisch wirksam sind.

     

    In dringenden Fällen werden Fieberstöße ein-bis dreimal pro Woche durchgeführt, dann sollten insgesamt in einer Serie 9 bis 15 Fieberstöße verabreicht werden.
    In Verbindung mit Ozon-Hochdosis-Therapie, Colon-Hydro-Therapie und Anti-Krebs-Infusionen wird die Fiebertherapie zu einem Bestandteil des Konzeptes und in deutlich größerem Abstand durchgeführt.

    4. Spezifischer Charakter der Fiebertherapie, Abgrenzung zur reinen Immuntherapie und zur Hyperthermie.

    Ohne Zweifel ist Fieber eine der ontologisch ältesten Heilreaktionen des Organismus. Die erhöhte Körpertemperatur ist dabei offensichtlich nicht das entscheidende Kriterium, vielmehr sind es die Aktivierung des Immunsystems, die Wiederherstellung einer normalen Reaktionslage und eventuell auch die Änderung des Körpermilieus.

    Daher ist die Fiebertherapie Regulations- und Immuntherapie zugleich und regt in hervorragender Weise die Selbstheilungskräfte des Körpers an.

     

    Im Gegensatz zu der heute üblichen Immuntherapie mit isolierten immunaktiven Substanzen - den sogenannten BMF-Substanzen (biological response modifiers) wie TNF, Interleukinen oder Interferonen, die in unphysiologisch hohen Dosen verabreicht werden, induziert man bei der Fiebertherapie die Immunmechanismen auf physiologische Art und Weise. Das gesamte biologische System unseres Körpers wird nicht vergewaltigt, sondern auf natürliche Weise angeregt, so dass nicht nur das Immunsystem, sondern auch die übergeordneten Regelkreise des Systems positiv einbezogen werden. Dies erklärt die Erfolge der Fiebertherapie gerade auch bei Krankheiten mit allergischer oder autoaggressiver Komponente.

    Aber auch gegen die von Ardenne inaugurierte Hyperthermie in der Bekämpfung der Krebskrankheit, die heute ebenfalls intensiv auf unseren Universitäten beforscht wird, muss man die Fiebertherapie abgrenzen. Ziel der Hyperthermie ist die thermische Schädigung der Tumorzelle. Durch die hohe Konvektion ist es sehr schwierig die erforderliche Temperatur von 42,5° C und mehr über längere Zeit in Tumor zu erzeugen; in der Regel genügt auch dies nicht, vielmehr ist die Hyperthermie besser in Verbindung mit einer Strahlen- oder Chemotherapie wirksam. Durch die thermische Schädigung soll die Tumorzelle lediglich für die Folgebehandlungen - Chemo- und Radiotherapie - empfindlicher gemacht werden. Beide - Chemotherapie und Strahlentherapie - bewirken jedoch genau das Gegenteil dessen, was die Fiebertherapie zu erreichen sucht: Sie supprimieren das Immunsystem und blockieren die vegetative Regulation. Es ist andererseits auch bekannt, dass in der Initialphase der Hyperthermie - ähnlich wie bei der aktiven Fiebertherapie - eher eine Immunsuppression auftritt, die erst später von einer moderaten Immunaktivierung gefolgt wird. In dieser Phase wirkt dann jedoch in der Regel bereits die immunsuppressive Folgetherapie, sofern die Hyperthermie mit einer Strahlen- oder Chemotherapie kombiniert wird.

     

    Es ist demnach wichtig herauszustellen, dass aktive Fiebertherapie und passive Hyperthermie weder in ihren Zielsetzungen noch in ihren Auswirkungen miteinander vergleichbar sind.  Für die Wirkung der Hyperthermie ist allein die in einem umschriebenen Gewebsbezirk erreichbare Temperaturerhöhung ausschlaggebend; bei der Fiebertherapie dagegen ist nicht die Höhe des Fiebers entscheidend, sondern die durch die Fieberinduktion erreichbare Immunmodulation, die Änderung des Körpermilieus und die Wiederherstellung einer normalen Reaktionslage.

     

    5. Indikationen für eine aktive Fiebertherapie.

    Aus den bisherigen Darstellungen ergibt sich, dass die aktive Fiebertherapie besonders bei Krankheiten indiziert ist, die mit einer Schwäche oder Störung des Immunsystems einhergehen und die chronifiziert sind.

    Indikationen:

    Onkologische Erkrankungen aller Art (außer akuten Leukämien).

     

    Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis und Kollagenosen: Primär chronische Polyarthritis M. Bechterew Polyneuritis Guillain - Barré

     

    Chronisch entzündliche Zustände wie: Colitis ulcerosa, M. Crohn, Chronische Bronchitis, Chronisch rezidivierende Abzesse oder Pyodermien

    Allergische Erkrankungen wie: Chronische Urticaria, Pollinosi,s Allergisch bedingte Ekzeme

     

    Kontraindikationen:

    Akute mikrobielle Infektionen Herz- und Kreislaufinsuffizienz, Zustand nach Herzinfarkt oder Lungenembolie, Hypertonie, Schwere Leberparenchymschäden, Nebenniereninsuffizienz, Hämorrhagische Diathese, Ulcus ventriculi sive duodeni, Schwangerschaft

    Häufige Nebenwirkungen leichterer Art: Kopf- Rücken- oder Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost, Durchfall, Kreislaufbeschwerden durch Hypotonie, Lippen- und Akrozyanose.

    Seltene, sofort behandlungsbedürftige Nebenwirkungen: Schwere kardiovaskuläre Probleme, Thrombosen, Lungenembolie, Allergische Reaktionen

    Schwere Nebenwirkungen scheinen m. E. nur aufzutreten, wenn die Auswahlkriterien für diese Therapieform nicht streng genug waren.

    6. Erfolge und Wirksamkeitsnachweis

    Die Fiebertherapie gehört zu den empirisch gefundenen Therapieformen. Schon immer hatten die Ärzte beobachtet, dass nach Fieberanfällen schwerwiegende, oft als unheilbar angesehene Krankheiten zum Verschwinden kamen. So wird dem Griechen Parmenides (540 - 480 v. Chr) sogar der Ausspruch zugeschrieben: "Gebt mir die Macht Fieber zu erzeugen, und ich heile jede Krankheit."

    In neuerer Zeit waren es der amerikanische Chirurg Coley und der Deutsche Issels, die systematisch die Fiebertherapie gerade bei Krebskranken mit gutem, manchmal sogar spektakulärem Erfolg anwendeten. Seit Anfang der 80er Jahre wurden mehrfach auch kontrollierte Studien zur Fiebertherapie vorgenommen, wobei unterschiedliche Endotoxine Verwendung fanden.

  • Aktive Fiebertherapie (Dr. med. Reinhard Probst)

    Bericht von Dr. Reinhard Probst, München

     

    Die aktive Fiebertherapie

    Aktive Fiebertherapie. Alte Heilmethode gegen "neue" Erkrankungen der ziviliserten Welt.

    Von heutigen Ärzten oft als lästige und unnötige Begleitsymptomatik von Infektionen betrachtet, galt die archaische Kraft des Fiebers über Jahrhunderte als der entscheidende Impuls um Heilungen anstoßen zu können.

    Welche Erfahrungen hatte wohl der griechische Philosoph Parmenides (540- 480 v. Chr.) schon vor etwa 2500 Jahren gemacht als er schrieb: „Gib mir ein Mittel, Fieber zu erzeugen, und ich heile jede Krankheit!“?

    Hatte er vielleicht beobachtet, dass nach hohem Fieber akute Krankheiten schneller verschwanden, chronische abheilten oder sich verbesserten? Im Altertum wurde z.B. beobachtet, dass Patienten, die Malaria durch litten hatten, seltener an Krebs erkrankten als andere und Tumoren nach Fieber sich manchmal spontan zurückbildeten. Auch bei anderen Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma, entzündliche Darmerkrankungen, Rheuma und vielen mehr wurden solche Beobachtungen gemacht.

     

    Was ist eigentlich Fieber?

    Fieber ist keine Krankheit! Fieber ist die aktive Abwehr-Reaktion des Körpers auf eingedrungene Mikroorganismen, wie Viren und Bakterien, manchmal auch eine Begleiterscheinung von Tumoren und Entzündungen im Körper. Die Temperaturerhöhung geschieht dabei durch so genannte Pyrogene: Das sind Substanzen z.B. aus Bakterienwänden, die in einem Bereich des Gehirns der als Temperaturregler gilt (Hypothalamus), eine Sollwert-Verstellung machen. Über Aktivierung des vegetativen Nervensystems, des Stoffwechsels und Muskelzittern (Schüttelfrost) mit gleichzeitiger Hemmung der Wärmeabgabe wird die Körperkerntemperatur erhöht. Damit diese Temperaturerhöhung andererseits nicht eskaliert, schüttet der Körper ab einer bestimmten Temperatur sogenannte Antipyrogene, also fiebersenkende Stoffe aus. Deshalb wird das Fieber unter normalen Umständen selten über 41°C steigen.

     

    Wieso erzeugt der Körper überhaupt Fieber?

    Die Eigenschaft Fieber zu entwickeln, ist im Tierreich weit verbreitet und wahrscheinlich mehr als 600 Millionen Jahre alt. Nicht nur warmblütige Tiere, auch Reptilien, Insekten und sogar Fische können Fieber produzieren. Da ein fiebernder Organismus in der Lage ist Infektionen besser abzuheilen, war dieser Mechanismus offensichtlich ein evolutionärer Vorteil. Über die Erhöhung der Körperkerntemperatur entstehen so genannte Hitzeschockproteine, die einerseits das Körpereiweiß schützen, andererseits zu einer intensiven Immunstimulierung des Organismus führen. Auch Krankheitserreger bilden häufig Hitzeschockproteine, auf die die Abwehrzellen besonders heftig reagieren. Zudem findet eine starke Stoffwechselaktivierung statt: Da viele chemische Reaktionen im Körper temperaturabhängig sind, laufen bestimmte Stoffwechselvorgänge im Körper bis zu 1000 Mal schneller ab.

     

    Ist Fieber gefährlich?
    Fieber an sich ist ein vollkommen natürlicher und meistens harmloser Vorgang. Allerdings gibt es gefährliche Krankheiten, z.B. Lungenentzündungen oder bestimmte Tumore, die mit einer Fieberbildung einhergehen. In diesem Falle ist nicht das Fieber sondern die Grunderkrankung das Problem. Bei sehr hohem Fieber können vor allem bei älteren Menschen mit Herzschwäche Kreislaufprobleme, wie Blutdruckanstieg oder -abfall auftreten. Eine Austrocknung des Körpers sollte durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr verhindert werden. Generell gilt, dass bei höherem Fieber immer ein Arzt zugezogen werden sollte.

     

    Soll man Fieber senken?

    Wie diverse Studien zeigen, verlängert sich durch Fiebersenken die Dauer einer Erkrankung oder es treten sogar mehr Komplikationen auf. Kein Wunder: Schwächt man doch dadurch die natürliche Abwehrreaktion des Organismus. Aspirin oder Paracetamol gegen einen fieberhaften Infekt führen zwar zu einer Verbesserung des Wohlbefindens, stören aber die Immunreaktion des Körpers. Deshalb sollte nur bei starkem Krankheitsgefühl, Schmerzen oder sehr hohem Fieber, dieses gesenkt werden. Selbst bei einer Neigung zu Fieberkrämpfen scheint die prophylaktische Gabe von Paracetamol im Gegensatz zur Lehrbuchmeinung nicht hilfreich zu sein.

     

    Fieber und Krebs

    Schon immer wurde und wird beobachtet und beschrieben, dass Krebserkrankungen auch ohne ärztliches Zutun spontan abheilen können. Weniger bekannt ist, dass diese Spontanheilungen sehr häufig nach fieberhaften Erkrankungen auftreten. Auch berichten Krebspatienten fast immer, dass sie lange Zeit unter keiner fieberhaften Erkrankung mehr gelitten hätten. Die Fieberlosigkeit scheint an und für sich ein Tumorrisiko darzustellen. Ende des 19. Jahrhunderts begann der amerikanische Chirurg Dr. William Coley (1862-1936) systematisch den Einsatz von absichtlich herbeigeführtem Fieber bei Tumorpatienten zu erforschen. Er hatte erleben müssen, wie eine junge, 19jährige Patientin trotz umfangreicher Operationen an einem besonders bösartigem Tumor verstorben war. Frustriert und am Sinn von chirurgischen Maßnahmen bei Krebserkrankungen zweifelnd, begann er die Akten aller Tumorpatienten des Krankenhauses in dem er arbeitete, nach geheilten Fällen zu durchforschen. Er stieß dabei auf die Beschreibung eines 31jährigen Patienten mit einem Sarkom (ein besonders bösartiger Bindegewebstumor), das drei Mal operiert wurde, aber jedes Mal in kürzester Zeit neue Absiedelungen bildete. Die Ärzte, die bereits alle Hoffnungen für den Patienten aufgegeben hatten, mussten mit Erstaunen erleben, dass sich nach zweimaligem Auftreten von hohem Fieber, die Tumoren vollständig zurückbildeten und der Patient als geheilt entlassen werden konnte. Als Coley einen weiteren, als hoffnungslos unheilbar eingestuften Patienten zugewiesen bekam, wagte er einen abenteuerlichen Versuch. Der 34jährige Patient litt unter einem mehrfach zurückgekommenen Tumor, der im Nackenbereich wuchs, hühnereigroß war und Speise- und Luftröhre dramatisch einengte. Den Ärzten war klar, dass der Patient nur mehr wenige Tage zu Leben hatte, da der Tumor zudem inoperabel war. Coley spritzte dem völlig abgemagerten Patienten lebende Streptokokken direkt in den Tumor. Streptokokken-Bakterien sind Auslöser des sogenannten Erysipels (Wundbrandes), einer meist heftigen Wundinfektion. Nach einigen Versuchen mit verschiedenen Bakterienkulturen gelang es Coley, einen hoch fieberhaften Infekt im Nackenbereich zu produzieren, der mehrere Tage anhielt. Das Krebsgeschwür reagierte prompt darauf, wurde weicher, entleerte sich und begann drastisch zu schrumpfen. Nach 2 Wochen war der Tumor mitsamt der Metastasen vollkommen verschwunden und der Patient blieb über 8 Jahre beschwerdefrei. Die Vorgehensweise mit lebenden Bakterien zu arbeiten, hatte aber ihre Tücken. Da zur damaligen Zeit keine Antibiotika zur Verfügung standen, waren die Infektionen unkontrollierbar und oft mit heftigen körperlichen Reaktionen verbunden.

     

    Coley's Toxin (Vaccineurin®)

    Coley, der durch seine ersten Erfolge hoch motiviert war, suchte deshalb nach einem Mittel, das er dosierter einsetzen konnte. Nach einigem Experimentieren fand er eine einfache Lösung: Er verwendete keine lebenden sondern abgetöteten Bakterien. Damit konnte er eine kontrollierbare, limitierte Fieberreaktion auslösen, ohne heftige Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen. Seine Bakterienmischung, die als Coley's Toxin bezeichnet wurde, war später die Rezeptur für das in Deutschland gebräuchliche Präparat Vaccineurin®. Coleys Therapie war außerordentlich erfolgreich, er selbst dokumentierte über 700 Fälle mit zum Teil überraschenden und lang anhaltenden Erfolgen. Auch deutsche Krebsforscher wie Prof. Ulrich Abel vom Deutschen Krebsforschungsinstitut in Heidelberg kommen zu dem Ergebnis, dass an einer Wirksamkeit der Fiebertherapie bei Krebserkrankungen nicht zu zweifeln ist.

     

    Wieso ist die Fiebertherapie dann nicht Standardtherapie bei Krebserkrankungen?

    Als Coley seine positiven Erfahrungen machte, begann gerade die Ära der Strahlen- und später auch der Chemotherapie. Diese damals hochmodernen Verfahren verdrängten vor allem auch aus wirtschaftlichen Gründen die vom Einzelkämpfer Coley entwickelte Fiebertherapie. Da sich eine Bakterienmischung nicht patentieren lässt und damit deshalb wenig Geld zu verdienen ist, ist sie für die Pharmaindustrie vollkommen uninteressant. Zudem ist die Fiebertherapie zeit- und personalaufwändiger: Der Patient muss ja während des 6-8stündigen Fiebers überwacht und versorgt werden. Erst neuerdings beginnen sich Forscher wieder für die Fiebertherapie und ihre Wirkungsweise zu interessieren: Neuere Untersuchungen zeigen, dass gerade die Kombination immunologischer Vorgänge mit der Erhöhung der Temperatur die hitzeempfindlichen Tumorzellen schädigt und für das Immunsystem erkennbar macht.

     

    Fiebertherapie bei Neurodermitis, Asthma und anderen Erkrankungen Bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts stand mindestens ein Präparat für die Fiebertherapie zur Verfügung. Dass schon erwähnte Vaccineurin® enthielt exakt die gleiche Mischung wie Coleys Toxin. Einige innovative naturheilkundliche Ärzte in Deutschland erkannten das Potential der Fiebertherapie. So wurde sie bei verschiedenen Erkrankungen mit Erfolg eingesetzt. Vor allem entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, M. Crohn), rheumatischen Krankheiten, chronisch wiederkehrende Infekten, Asthma und Hauterkrankungen waren bewährte Indikationen.

     

    Der österreichische Psychiater Dr. Wagner von Jauregg erhielt bereits 1927 den Nobelpreis für Medizin, weil er nachweisen konnte, dass Depressionen mit der Fiebertherapie gut behandelbar sind. In der Spezialklinik Höhenkirchen etablierte in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts Dr. Gaisbauer die Fiebertherapie als Standardbehandlungen unter anderem für Neurodermitis. Da ja bekannt war, dass Therapien die immunmodulierend wirken, wie z.B. die Eigenbluttherapie, positive Effekte auf die Neurodermitis haben können, ging Dr. Gaisbauer zurecht davon aus, dass dies auch für die Fiebertherapie erst recht gelten müsste. Als junger Assistent hatte ich (Dr. Rainhard Probst) das Glück in Höhenkirchen unter seiner weltoffenen und naturheilkundlich fundierten Leitung neben vielen anderen wirkungsvollen Verfahren auch die Fiebertherapie erlernen zu dürfen. Das damalige Konzept ging auf: Das an die Technische Universität München angeschlossene jetzige Zentrum für naturheilkundliche Forschung (damals Münchner Modell) konnte durch Patientenbefragungen folgende Erfolgsquote dokumentieren: Wirkung der „Höhenkirchener Therapie“ bei Hauterkrankungen: nicht mehr vorhanden 8,3% wesentlich schwächer 64,6% etwas schwächer 20,8% etwas stärker 4.2% wesentlich stärker 0,0% Das bedeutet ein deutliche Verbesserung bei fast 73% der Patienten! Die „Höhenkirchener Therapie“ umfasste dabei neben Fasten, Ernährungsumstellung, Homöopathie, Akupunktur vor allem die Fiebertherapie als wirksamste Komponente. Wohl gemerkt: Alle Therapien waren naturheilkundlich, Kortison, Tacrolimus (Elidel®) oder andere Immunsuppressiva wurden nicht eingesetzt. Dieses erfolgreiche Konzept lockte auch Investoren in die Klinik. Ein finanzkräftiger Träger übernahm die Klinik, kaufte zwei weitere Häuser am Tegernsee dazu und nannte das Ganze TriNaturale. Mittlerweile bis zum leitenden Oberarzt aufgestiegen, durfte ich das Therapiekonzept in der Klinik in Kreuth umsetzen. Doch es kam wie so oft: Die beste Therapie nützt nicht, wenn der Träger misswirtschaftet – Die Trinaturale-Kliniken gingen pleite und wurde geschlossen. Ich ging nach München, gründete dort meine Praxis und versuchte dort die „Höhenkirchener Therapie“ umzusetzen. Und die Fiebertherapie?

     

    Die Fiebertherapie in der Praxis

    Auch in der Praxis sollte die Fiebertherapie wieder eine wichtige Rolle spielen. Doch welche Enttäuschung - es gab keine fiebererzeugende Substanz mehr auf dem Markt! Ich spielte mit dem Gedanken mir ein Hyperthermiegerät anzuschaffen. Solch ein Gerät erhitzt den Körper von außen und hat ebenfalls positive Effekte, jedoch ist die immunologische Wirkung eine vollkommen andere. Nicht der Organismus selbst erzeugt über eine Abwehrkaskade das Fieber, sondern Infrarotstrahler heizen den Körper auf. Auch wenn diese Überwärmungsbehandlung manchmal als Fiebertherapie bezeichnet wird, besteht doch ein fundamentaler Unterschied zur aktiven, mit abgetöteten Bakterien durchgeführten Behandlung. Kein wirklicher Ersatz! Weder für die Behandlung von Tumorpatienten noch für Neurodermitiker.

     

    Im Jahr 2007 stieß ich bei meinen Recherchen zur biologischen Krebstherapie auf ein besonderes Labor in Hamburg: Die Firma Organomed bietet Ärzten das Know-how die hochwirksamen Organopräparate, wie das nicht nur von mir sehr geschätzte Thymus-Milzgesamtextrakt herzustellen, sondern eben auch Coley's Toxin: Das nach der Original-Rezeptur des genialen Krebsforschers Dr. William Coley hergestellte Gemisch aus den Bakterien Streptokokkus pyogenes und Serratia mascescens. Im Vergleich zu dem erwähnten Vaccineurin® wird das Mittel bei minus 18 Grad tiefgefroren und benötigt deshalb günstigerweise kein Konservierungsmittel. Seit letztem Jahr habe ich nun das Glück zum Wohle meiner Patienten meine guten Erfahrungen mit der Fiebertherapie in Höhenkirchen in meiner Praxis in München wieder weiterzuführen. Praktisch sieht das so aus: Der Patient kommt um 9 Uhr in die Praxis und erhält eine Kurzinfusion mit dem Fieberpräparat. Über die gesamte Zeit der Fiebertherapie bleibt der Patient in einem Bett in der Praxis, damit der Vorgang jederzeit überwacht werden kann. Nach etwa einer Stunde beginnen die meisten Patienten zu frieren, weswegen sie auf einer Wärmedecke liegen und mit Wärmflaschen versorgt werden. Gegen möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen wie Kopf- und Rückenschmerzen oder Übelkeit können jederzeit über die Infusionsnadel entsprechende Medikamente gegeben werden. Möchte der Patient die Therapie abbrechen, kann sie sofort durch eine Spitze mit Aspirin unterbrochen werden. Bisher ist das in meiner Praxis allerdings noch nicht vorgekommen, ich bin aber froh, dass sich die Therapie im Gegensatz zu den frühen Versuchen Coleys nun sehr gut steuern lässt. Zwischen 16 und 17 Uhr lässt sich der Patient in der Regel fieberfrei oder mit leicht erhöhter Temperatur aus der Praxis abholen und ruht sich zu Hause oder im Hotelzimmer aus. Offensichtlich fanden meine Patienten die Therapie auch als sehr verträglich: Bis jetzt hat jeder Patient mindestens eine zweite Fiebersitzung durchführen lassen. In den zehn Jahren, in denen ich nun die Fiebertherapie anwende, bin ich zu folgender Erkenntnis gelangt: Die Fiebertherapie stellt momentan eine der fundamentalsten, immunologisch wirksamen Therapieformen bei chronischen Krankheiten dar.

     

  • Biotherapie fortgeschrittener Krebserkrankungen (Dr. med. Arno Thaller)

    In Anlehnung an Arno Thaller, Arzt für Naturheilkunde

     

    Biotherapie fortgeschrittener Krebserkrankungen durch Fieber, Viren und autologe Abwehrzellen (Dendritische Zellen und Natürliche Killerzellen)

    Therapie der patienteneigenen Abwehrzellen, auch bei fortgeschrittenen KrebserkrankungenFieber, Viren und autologe Abwehrzellen

    Quellen, Anmerkungen und Erklärungen

     

    Fieber, Viren und autologe, d.h. patienteneigene, Abwehrzellen sind naturheilkundliche Verfahren in dem ganz besonderen Sinn, dass sie die Natur selbst - ohne Zutun des Menschen - hervorgebracht hat und täglich millionen-, ja milliardenfach, wenn wir das Tierreich hinzunehmen, erfolgreich praktiziert, denn es gilt:

    Je mehr Fieber, umso weniger Krebs[1]

     

    und

     

    je mehr Virusinfekte, umso weniger Krebs.[2]


    Fieber und Viren sind offenbar bewährte Strategien der Evolution, um sich vor Krebs zu schützen. Dass dabei das Immunsystem mit seinen Schlüsselzellen, den Dendritischen Zellen und den Natürlichen Killerzellen, eine wichtige Rolle spielt, liegt auf der Hand.

     

    Warum versagt es dann doch so oft?

    Dies hat mehrere Gründe: Die Hilflosigkeit der meisten Immuntherapien fortgeschrittener Krebserkrankungen liegt am lawinenartigen Wachstum. Die Krebszellen bilden Faktoren, mit denen sie ihr eigenes Wachstum anheizen. Darum gilt die Regel:

    Je größer der Tumor, umso schneller sein Wachstum!

    Hinzu kommt noch, dass die Krebszelle den Dolch umdrehen kann: Während sie selbst durch mangelnde Bildung des Todesrezeptors (FAS-Rezeptor, CD95) partiell unverwundbar und oft unsterblich durch das defekte Überwachungsgen p53 [5] ist, ist sie sehr wohl imstande, das Todessignal (FAS-Ligand, CD95L) auszuschicken und ihre Verfolger zu töten, eine Art “Polizistenmord”! Darum gilt auch:

    Je größer der Tumor, umso schwächer die Abwehr!

    Es ist klar, dass die Abwehrzelle mit dieser Dynamik der Tumorzelle bei fortgeschrittener Krebserkrankung nicht mehr Schritt halten kann.

     

    In dieser Not kann Chemotherapie auch im Rahmen einer Immuntherapie sinnvoll sein: Zur Verringerung der Tumorlast und zur Unterdrückung hemmender Zellelemente innerhalb des Abwehrsystems. Es gibt Hinweise, dass das Abwehrsystem beim Krebskranken gar nicht so schlecht ist, wie allgemein angenommen. Es steht sich nur selber im Wege, d.h. hemmende Zellelemente und lösliche Hemmstoffe haben die Oberhand! Allein durch „Enthemmung“ konnten Tumorrückbildungen erreicht werden. (Lentz)

    Dass Chemotherapie bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, von wenigen Ausnahmen wie den Leukämien, Hodentumoren, Plazentatumoren u.a. Raritäten abgesehen, keine Endlösung ist, geht aus Prof. Hölzels Untersuchung hervor: In drei Jahrzehnten konnte kein fassbarer Fortschritt erzielt werden. Das Einzige, was sich wirklich bewegt hat, sind die Kosten. Sie sind mittlerweilen auf 40 Milliarden pro Jahr angestiegen (ZDF vom 16.10.2007, Frontal 21: „Das Geschäft mit dem Krebs“, sowie vom 09.12.08: „Das Pharma-Kartell“)

     

    Die Hemmung der Blutgefäßbildung ist ein Versuch, den Lauf der Lawine biologisch zu steuern. Ihr Stellenwert ist noch offen.[3]

     

    Die meisten Immuntherapien haben aufgrund dieser zellbiologischen Gegebenheiten nur im Stadium geringer Tumorlast einen Sinn: zur Beseitigung restlicher Krebszellen jenseits der Sichtbarkeit durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computer-, Kernspintomographie und Szintigraphie und noch bevor die herkömmlichen Tumormarker eine Gefahr anzeigen.[4]

     

    Ausnahmen von der Regel, dass eine Immuntherapie nur im Stadium der geringen Tumorlast Aussicht auf Erfolg hat, sind Überwärmung, Viren und patienteneigene Abwehrzellen. Zu jeder dieser drei Therapiefacetten gibt es eine wissenschaftliche Dokumentation:

    Quellen, Anmerkungen und Erklärungen

    [1] Hager, E.D., Abel, U., Biomodulation und Biotherapie des Krebses, Heidelberg 1987, S.26

     

     

    [2] Kölmel, K.F., Infections and melanoma risk: results of a multicentre EORTC case-control study, Melanoma Research, Vol. 9, 1999, S. 511-519

    Übersetzung: Infektionen und das Risiko, an einem Melanom (Schwarzer Hautkrebs) zu erkranken: Ergebnisse einer multizentrischen Fall-Kontroll-Studie im Auftrag der Europäischen Organisation  für Erforschung und Behandlung der Krebses. Publiziert in Melanomforschung, Band 9, 1999, Seite 511 - 519

     

     

    [3] Der Tumor kann nur wachsen, wenn er fortwährend neue Blutgefäße bildet. Weltweit wird darum intensiv nach Substanzen gesucht, um die Blutzufuhr des Tumors zu drosseln, denn dann stürben die Krebszellen wegen mangelnder Ernährung im gleichen Takt ab, in dem sie gebildet werden. Dann wäre Stillstand erreicht. Der “Wettlauf mit dem Tod” könnte abgesagt und der Tumor in aller Ruhe immunologisch “zerlegt” werden!

     

    Die Gefäßneubildung ist aber ein sehr kunstvolles System, das durch fördernde und hemmende Faktoren reguliert wird. Ursprungstumor und Tochtergeschwülste verfügen außerdem über verschiedene Mechanismen, das Gefäßsystem anzuzapfen, so dass es sehr unwahrscheinlich ist, durch einen einzigen Hemmstoff das Ziel zu erreichen.

    Mittlerweilen gibt es einen Hemmstoff auf dem Markt. Es ist ein Mausantikörper und heißt Bevacizumab (AvastinR). Er blockiert den Rezeptor, d.h. das „Schlüsselloch“, in das der „Zündschlüssel“ zur Gefäßneubildung passt. Die Erfolgsbilanz ist ernüchternd: Eine vergleichende Untersuchung beim metastasierten Darmkrebs liegt vor. Der eine Arm ist nur chemotherapeutisch behandelt worden, der andere zusätzlich noch mit Bevacizumab. 18 Monate nach Behandlungsbeginn lebten in beiden Gruppen nur noch 10%. Zu diesem Zeitpunkt war also kein Unterschied mehr festzustellen, ob die Patienten den Blocker nun erhalten hatten oder nicht. Allerdings verteuert er die Therapie um jährlich 40.000.-€. (Eigentlich wären es 80.000.-€. Aber der Hersteller gibt das Medikament großzügigerweise ab 40.000.-€ kostenlos ab.) Die Nebenwirkungen sind beträchtlich. In einer anderen Studie verstarben 4 von 40 Patienten an Darmblutungen und Perforationen: 10%! Ein in jeder Hinsicht teuer erkaufter Vorteil für einen vorübergehenden Überlebensvorteil von 4½ Monaten: Der Zeitpunkt, an dem die Hälfte der Patienten verstorben war (mediane Überlebenszeit) verlängerte sich von 15,6 auf 20,3 Monate. Aber auch dieser Vorteil ist nicht unumstritten, denn die Chemotherapie war nicht optimal. Bei optimaler Chemotherapie können auch mediane Überlebenszeiten von 20 Monaten erreicht werden. Ob der Antikörper dann noch einen zusätzlichen Vorteil bringt, müsste erst gezeigt werden. Das ist ein alter Trick: Man wählt sich einen schwachen Vergleichsarm, um seine überlegene Stärke zu zeigen!

     

    Der Stern dieses Therapieansatzes ist sehr am verblassen. Es sind Antikörper entwickelt worden, die gewisse Botenstoffe zur Gefäßneubildung wegfangen sollen. Einer davon heißt Bevacizumab (Avastin®).

    Beim metastasierten Dickdarmkrebs lebten nach 18 Monaten noch 10%, ganz gleich, ob sie Bevacizumab erhalten hatten oder nicht. 10% verstarben an Nebenwirkungen.

    Neuere Forschungen haben zudem gezeigt, dass nur vorübergehend eine Hemmung des Tumors entsteht und sogar das Wachstum des Tumors nach dieser Retardierungsphase sogar beschleunigt werden kann.

    Die Angiogenese-Hemmung führt zu größerer Bösartigkeit und fördert die lokale Fernmetastasierung. Ralph Moss hat auf diese Literaturstelle aufmerksam gemacht. Dies dürfte das endgültige Aus von Bevacizumab (Avastin®) und ähnlichen Substanzen sein!

    (Pàez-Ribes, M., Allen, E., Hudock, J., e al. Antiangiogenic therapy elicits malignant progression of tumors to increased local invasion and distant metastasis. Cancer Cell. 2009; 15:220-231)

     

    Viele Enzyme, die zur Gefäßneubildung benötigt werden, brauchen Kupfer als Ko-Faktor und zwar in einer Konzentration, die weit über der der anderen lebenswichtigen Vorgänge liegt, wie die Bildung roter und weißer Blutkörperchen. Durch dosierte Drosselung der Kupferzufuhr und Beseitigung gespeicherten Kupfers gelingt es womöglich, die Gefäßneubildung des Tumors, ohne gleichzeitig die Blutbildung und damit die Immunabwehr, zu hemmen.

     

    Es gibt Versuche, mit dem Komplexbildner Ammoniumtetrathiomolybdat  (TM) die Kupferbelastung des Organismus zu senken und damit die Gefäßneubildung zu erschweren.

     

    Es dauert 1 bis 3 Monate, bis die therapeutische Konzentration erreicht ist.

    4 - 6 Monate nach Therapiebeginn ließ sich bei 5 von 6 Patienten, die dieses Ziel erreichten, das Krebswachstum zum Stillstand bringen. Beim 6. Patienten wuchs der Tumor an einer Stelle, während er an allen übrigen Stellen stehen blieb.

    (Brewer, G., Dick, R., Grover, D., LeClaire, V., Tseng, M., Wicha, M., Pienta, K., Redman, B., Jahan, T., Sondak, V., Strawderman, M., LeCarpentier, G., Merajver, S., Treatment of Metastatic Cancer with Tetrathiomolybdate, an Anticopper, Antiangiogenic Agent: Phase I Study, Clinical Cancer Research, Vol. 6, 1-10, January 2000)

    Übersetzung: Behandlung metastasierter Krebserkrankungen mit Tetrathiomolybdat, ein Antikupfer, antiangiogenetischer Stoff: Phase-I-Studie, publiziert in der Zeitschrift für Klinische Krebsforschung, Band 6, 1-10, Januar 2000

     

    Der Stellenwert dieses Therapieansatzes muss noch als offen bezeichnet werden!

     

     

    [4] Viele Früherkennungsverfahren werden angeboten, aber nur wenige halten, was sie versprechen. Um Licht in dieses Dickicht zu bringen, haben wir eine Gesellschaft für Krebs-Frühdiagnostik und -Therapie gegründet.

     

    “Gesellschaft für Krebs-Frühdiagnostik und -Therapie e.V.”,

    Arno Thaller, 1. Vorsitzender, Benzing 6, 91801 Markt Berolzheim, Tel.: 09146-9429714, Fax: 09146-224, E-Mail: ArnoThaller@yahoo.de

     

     

    [5] Dieses Gen hat u.a. zur Aufgabe, eine Pause bei der Zellteilung einzulegen, damit Reparatur-Gene kontrollieren können, ob die Kopie auch wirklich mit der „Vorlage“ übereinstimmt.

    Bei defektem p53-Gen wird diese Pause nicht gemacht. Damit schleichen sich notwendig falsche Erbinformationen ein. Während die meisten dieser Fehler zum Untergang der Zelle führen und damit keinen weiteren Schaden anrichten, kommt es doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit immer wieder vor, dass sich durch die Fehler auch einmal ein unkontrolliertes Zellwachstum ergibt, eben eine Krebszelle. Darum sind Personen mit defektem p53-Gen besonders Krebs-gefährdet.

Gesundheitszentrum Meilenstein, Schillerstr. 35, 99096 Erfurt, Tel.: 0361 - 65 38 378